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The Great Bertholinis

 

Akinek vaj van a fején, ne menjen a napra, spricht der ungarische Volksmund: Wer Butter auf dem Kopf hat, soll nicht in die Sonne gehen! Gott sei Dank nahm sich die hungarophile Philharmonie mit dem Anti-Popstar-Namen, der etwa so unamerikanisch amerikanisch klingt, als würden John Lurie, Roberto Benigni und Woody Allen als Folk-Tanz-Trio inkognito durch China Town tingeln, diesen zugegeben etwas kryptischen, aber darum nicht weniger wohl gemeinten Rat der geistigen Urväter nicht zu Herzen. Sonst hätten die großen Bertholinis nach den wunderbaren Laudationes zum 2009 veröffentlichten Album "Planting A Tree Next To A Book" schleunigst in den Schatten treten müssen. Denn Butter auf den Kopf gab's satt von der internationalen Musikpresse. Vergleiche mit klingenden Namen wie Beirut, Kaizers Orchestra, Dresden Dolls oder Tom Waits wurden reihenweise angestellt, den Kompositionen zumindest in Teilen Fab Four-Niveau attestiert und die klangtüchtige Bruderschaft  gar zu den "osteuropäischen Calexico" (Motor.de) erhoben. Der Geheimtipp-Status, den das Familien-Orchester zuvor mit dem ebenfalls hochgelobten Debüt-Langspieler "Objects Travel In More Than One Direction" erlangt hatte und der die acht Bertholinis unter anderem ins Vorprogramm der Labelmates von Mardi Gras.bb spülte, war spätestens jetzt abgelegt und die erste echte Headliner-Tour stand an. Kreuz und quer durch Europaland zog die charmante, Funken sprühende und Völker verbindende Revue aus Vaudeville, Dreigroschen-Romantik, Strandjungen-Polyphonie und harmonieseligem Indie-Pop – nicht nur in Hinsicht auf erwähntes Molkereiprodukt auf dem Caput ein circensischer Balanceakt der besonderen Art! Ob als Headliner der Wiener Ungarn-Tage, als Opener der Salzburger Festspiele, als spektakulärer Überraschungsakt beim Fusion-Festival (...) oder aber im abgefuckten Punkrock-Schuppen um die Ecke, wo die Bühne so klein ist, dass die Bläser sich unter die Zuschauer mischen müssen – mit Pauken und Trompeten, mit Banjo und Balalaika, permutiert das Kamarazenekar überkommene Weisen osteuropäischen Klangguts und anglophile Gitarrenmusik so selbstverständlich, als wäre der 47. Breitengrad schon immer eines der Epizentren postmoderner Populär-Kultur gewesen. Kadenzen des Ostens, hinein gesponnen in polyphones Singspiel, ungefähr so unbritisch britisch, als wäre Manchester eine ungarische Provinz und Bela Lugosi Leadsänger der Monkees. Wie wenig Raum tatsächlich nötig ist, damit sich dieser trans-musikalische Budenzauber entfaltet, zeigt eindrucksvoll der Gewinn des internationalen Balcony-TV-Awards als Best New Act 2009. Bei der unplugged Aufzeichnung des Gewinnerbeitrags teilten sich die acht Bertholinis nebst Instrumenten geschätzte zwei Quadratmeter Balkon über der Hamburger Reeperbahn. Die Nonchalance des selbst gedrehten Filmchens, mit dem sich die Band im Anschluss bei Jury und Publikum für das Fernbleiben von der Preisverleihung in Dublin entschuldigte (im Datenteil der CD zu sehen!), zeugt von jener liebenswert unaufgeregten Distanz zu den Dingen, die ein Journalist einmal treffend so beschrieb: „ The Great Bertholinis wollen nicht besonders sein, sie sind es einfach. “

 

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I am can - 2:43

 

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Aktualisiert (Donnerstag, den 20. Januar 2011 um 21:32 Uhr)

 

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