ELL AWAITS

... 07. & 08. Juni 2019 in Ellerdorf !!!

Kavrila

Eine dicke Ladung Schwedentod à la Entombed, tonnenschwerer Sludge in bester NOLA-Manier, Doom Metal in Schrittgeschwindigkeit, gelegentliche Black-Metal-Gewitter, treibender High-Energy-Punkrock und jede Menge Proberaumattitüde. Wer auf amphetamingeladene, unberechenbare Zerstörungswut steht, wird Kavrila lieben.

Hamburg weinte wohl, als es 2016 Kavrila gebar. Wer bringt schon gern ein Kind zur Welt, das sich seinen Weg in die Freiheit kratzt und beißt und schreit als würde es innerlich verfaulen? Mit der EP Rituals I bricht die Band damals in die deutsche Heavy-Szene und martert der Visions-Redaktion direkt den Titel „Demo des Monats“ aus dem Leib. Noch abgründiger präsentieren Kavrila ihre Mischung aus Sludge, rasendem Hardcore Punk, Noise und Doom auf dem Debütalbum Blight (2017).

Rituals II führt die Angriffslinie nun konsequent fort. Dem zweiten Teil Kavrilas als Trilogie angelegter „Rituals“-EP-Serie zu lauschen, fühlt sich an als würde man eine Erdspalte hinab rutschen und merken, wie die Wände zu bröckeln beginnen. „Mass Misery“ donnert als sichelbewehrter Streitwagen durch die Finsternis. Der Opener „Lidless“ mutiert zur verheerenden Crust-Böe. In „Kindred“ entfesselt das Quartett seine Durchschlagskraft mit mahlendem Groove statt Geschwindigkeit.

Für passenden Sound sorgte die Band erneut selbst. Federführend bei Recording und Mix im eigenen Proberaum war Schlagzeuger Miltiadis, mit Unterstützung von Gitarrist Andreas. Das Mastering übernahm wie schon bei Blight Olman Viper (Hertzwerk).

Ins Songwriting brachte sich neben den bisherigen Hauptverantwortlichen Miltiadis und Andreas nun auch Bassist Daniel stärker ein. Die Grundfesten Kavrilas bleiben dabei unverändert: Leid und Katharsis treiben die Musiker an.

Katharsis war die Arbeit an Rituals II vor allem für Sänger Alex. Monatelang, auch während der Gesangsaufnahmen, litt er unter Angstzuständen. „Etwas davon ist bereits in die Texte auf Blight eingeflossen, obwohl ich zu dem Zeitpunkt dachte, es gehe mir gut. Wenig später hat es mich bewusst getroffen“, erzählt er. „Man wundert sich schon, wie viele Menschen damit zu kämpfen haben, wenn man sich gezwungenermaßen damit beschäftigt. Noch schlimmer ist eigentlich, dass die meisten es verschweigen, weil sie denken, es sei eine Schwäche.“

Ein konkret ausgearbeitetes Konzept verbindet die bisher erschienenen EPs nicht. Den roten Faden bildet vor allem die mentale Einstellung der Band. Gemäß dieser schlagen Kavrila musikalische Brücken. Wer genau hinhört, wird auf Rituals II Elemente aus Rituals I wiedererkennen. Gemeinsam ist den Werken außerdem eine experimentelle B-Seite in der Vinyl-Fassung: Für „Days Of Wrath“ verließen Kavrila ihre Komfortzone und schufen ein Biest, das klingt, als hätten sie in Frankenstein-Manier das Hirn Massive Attacks in den Körper Amenras verpflanzt.

Zweite Teile gelten oft als die ungeliebten Mittelstücke von Trilogien. Rituals II aber könnte als das Äquivalent zu George A. Romeros „Dawn Of The Dead“ in die Kavrila-Geschichte eingehen.

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